Omega-3-Kapseln aus Fischöl im Test – Vergleich

Egal ob bei Amazon, bei Drogerien oder in der Apotheke – die Auswahl an Omega-3-Produkten ist mittlerweile riesig. Die Fischöl-Kapseln unterscheiden sich nicht nur in der Dosierung, Konzentration und im Preis. Die Packungsgrößen variieren stark, die Hersteller-Empfehlungen für die Tagesmenge ebenso. Das macht einen Preisvergleich umso schwieriger.

Die entscheidende Frage für unseren Test lautet deshalb:

Wie viele Fischöl-Kapseln müsste man täglich einnehmen, um die gleiche Dosis Omega-3-Fettsäuren zu bekommen – und was würde das kosten?

Als Dosis haben wir dafür 2 g = 2.000 mg Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA) gewählt. Das ist die empfohlene Mindestmenge Omega-3, die man laut EU-Vorgaben einnehmen müsste, um zu einem normalen Triglyceridspiegel im Blut beizutragen. Um zu hohe Blutfette in den Griff zu bekommen, sind also paradoxerweise deutlich mehr Omega-3-Fettsäuren nötig als für andere gesundheitliche Vorteile (für Augen, Gehirn und in der Schwangerschaft reichen schon Tagesmengen von mindestens 250 – 450 mg Omega-3-Fettsäuren am Tag). Um einen normalen Blutdruck aufrecht zu erhalten, soll man sogar 3 g Omega-3-Fettsäuren täglich einnehmen, was den Verbrauch von Omega-3-Kapseln weiter erhöhen würde.

Wer möchte schon eine ganze Handvoll Kapseln pro Tag einnehmen? Die Konzentration der Fischöl-Kapseln ist also entscheidend, um einen hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren pro Kapsel zu erhalten und mit 1-3 Kapseln am Tag ausreichend versorgt zu sein. Unser Vergleich zeigt, dass viele Anbieter mit irreführenden Behauptungen als „hochdosiert“ werben, obwohl sie normales Fischöl in niedriger Dosis enthalten. Das bedeutet, dass am Tag bis zu 12 Kapseln eingenommen werden müssen, um auf die oben genannte Menge von 2 g Omega-3-Fettsäuren am Tag zu decken.

Warum Omega-3-Kapseln statt Omega-3-Öl?

Im Test haben wir nur Omega-3-Kapseln verglichen und flüssige Öle nicht mit einbezogen. Fischöl in Flaschen hat zwar den Vorteil, dass man es direkt ins Essen oder ins Salatdressing mischen kann, birgt aber einige Risiken. Der entscheidende Nachteil ist das höhere Oxidationsrisiko, das heißt die mehrfach ungesättigten Fettsäuren im Fischöl haben viel häufiger Kontakt mit Sauerstoff und werden schneller ranzig. Jedes Mal, wenn die Flasche geöffnet wird, gelangt Sauerstoff hinein und reagiert mit dem Öl.

Um das Fischöl länger vor Oxidation zu schützen, fügen die meisten Hersteller viele Antioxidantien hinzu, welche je nach Dosis nicht unbedingt vorteilhaft für Konsumenten sind. Ein weiterer Hinweis auf ranzig gewordenes Omega-3-Öl ist der strenge Nachgeschmack, den einige Produkte mit Aromen und Geschmackszusätzen überdecken (Zitrone etc.).

In Kapseln sind die empfindlichen Omega-3-Fettsäuren deutlich länger vor Oxidation geschützt und sind überwiegend frei von unnötigen Zusätzen und Aromen.

In die Bewertung haben wir ausschließlich Kapseln mit Fischöl mit einbezogen, da diese am besten erforscht sind und man somit verlässlichere Aussagen über die gesundheitlichen Wirkungen machen kann. Mittlerweile gibt es zahlreiche pflanzliche Alternativen, die für Veganer geeignet sind, jedoch in ihrer Wirkung noch nicht so gut erforscht sind.

Unsere Kriterien für gute Omega-3-Kapseln

  • Preis: Qualität hat ihren Preis, aber zu teuer sollte es auch nicht sein. Im Vergleich wird auch der Preis pro Tag berücksichtigt – bei Dosierungsempfehlung vom Hersteller und in unserer Test-Dosierung. Billig-Anbieter entpuppen sich dabei schnell als die teurere Wahl.
  • Dosierung: Von einer guten Omega-3-Kapsel erwarten wir hohe Mengen an EPA und DHA. Denn davon hängt ab, wie viele Kapseln man pro Tag wirklich einnehmen muss.
  • TOTOX-Wert: Der Grad der totalen Oxidation zeigt an, wie viele der mehrfach ungesättigten Fettsäuren im Fischöl bereits mit Sauerstoff, Licht und Wärme reagiert haben und ranzig geworden sind. Die Omega-3-Fettsäuren verlieren dadurch ihre einzigartige Wirkung und können sogar gesundheitsschädlich werden. Ein niedriger TOTOX-Wert ist darum ein wichtiges Qualitäts-Kriterium, den viel zu wenige Hersteller angeben.
  • Vitamin E (Tocopherole): Als natürliches Antioxidans sind Tocopherole eine sinnvolle Zutat für Omega-3-Kapseln, ABER zu viel Vitamin E kann schädlich sein. Als Obergrenze setzen wir 5 mg Vitamin E pro Kapsel an. Die Gesamtmenge an Vitamin E erhöht sich außerdem, umso mehr Kapseln täglich eingenommen werden müssen.
  • Kapselhülle: Fast alle Omega-3-Kapseln haben eine Weichkapsel aus Gelatine. Allerdings konnte nur ein Produkt Fisch-Gelatine vorweisen. Viele Hersteller machen keine Angaben zur Herkunft der Gelatine, was schwierig für Menschen ist, die gerne auf Schweinefleisch verzichten (halal / koscher). Ansonsten sind bei den Fischölkapseln Hüllen aus Rindergelatine am weitesten verbreitet – die eigentlich an einem Fischprodukt nichts zu suchen hat.
  • Tierwohl: Die Meere sind zu großen Teilen überfischt und verschmutzt. Deswegen ist es enorm wichtig, beim Kauf von Omega-3-Kapseln auf transparente Informationen zu Fischsorten, Fanggebieten und zertifiziert nachhaltigem Fischfang ohne Schleppnetze zu achten.
  • Verpackung: Die meisten Omega-3-Kapseln werden in Dosen mit Schraubverschluss oder einzeln eingeschweißt im Blister angeboten. Um den empfindlichen Inhalt vor Oxidation zu schützen, sollten die Kapseln möglichst vor Licht und Sauerstoffgeschützt werden. Dosen sollten deswegen blickdicht oder mindestens abgedunkelt sein. Idealen Schutz bieten Blister, wo Kapseln einzeln entnommen werden können.
  • Transparenz: Was steckt alles drin? Werden außer Feuchthaltemitteln für die Weichkapseln und einem Antioxidans noch andere Inhaltsstoffe angegeben? Bei den Inhaltsangaben kommen noch entlarvende Details ans Tageslicht.

Fazit: Testsieger Omega-3-Kapseln aus Fischöl

In unserem großen Omega-3-Kapsel Vergleich 2019 gibt es einen klaren Testsieger, ein kleines Mittelfeld und überraschend viele Flops.

Omega-3-Kapseln Testsieger 2019: Der Newcomer „White Omega“

Mit der höchsten Konzentration an Omega-3-Fettsäuren pro Kapsel konnte uns „White Omega“ überzeugen. Als einziges Produkt im Test würden 3 Kapseln täglich reichen, um mehr als 2000 mg Omega-3-Fettsäuren zu erreichen.

Das neue Produkt macht auch sonst einiges richtig, was bei den anderen Testprodukten nur große Fragezeichen hervorruft. „White Omega“ deklariert transparente Angaben zum verwendeten Fischöl (Fischart, Herkunft, Nachhaltigkeit) und verwendet als einziges Produkt Fisch-Gelatine für die Fischöl-Kapseln. Mit geringen Mengen Vitamin E als Antioxidans, im Einzel-Blister verpackt, liegt die Oxidation sehr gering. Das erklärt wohl auch, warum der deutsche Hersteller Cellavent Healthcare als einziger im Test den TOTOX-Wert veröffentlicht.

Alles in allem lautet unsere Empfehlung für Omega-3-Kapseln mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis:  „White Omega – Original“. Es ist über Amazon, den Webshop des Herstellers oder über Apotheken erhältlich.


Mittelfeld: Skandinavisches Omega-3

In einigen Kategorien schnitten die teureren Omega-3-Kapseln vom finnischen Hersteller Aava Labs, den norwegischen Norsan und dem deutschen Nordlicht Dr. Loges gut ab. Die niedrig dosierten Fischöl-Kapseln von Norsan würden allerdings 6 Kapseln täglich erfordern und haben einen stolzen Preis, können dafür aber geringe Vitamin-E-Mengen und transparente Angaben über ihr Fischöl vorweisen. Der mit Abstand teuerste Anbieter im Test war omega3-Loges, der für ein mäßiges Preis-Leistungs-Verhältnis nur mit dem Testergebnis „befriedigend“ abschließt.

Achtung: Diese „billigen“ Omega-3-Flops bitte meiden

Altbekannte Marken wie Tetesept und Doppelherz belegen hintere Plätze im Ranking. Den Griff zum günstigen Omega-3-Produkt bei dm, Rossmann oder im Supermarkt sollte man sich bei genauerer Betrachtung nämlich sparen: Die günstigsten Kapseln für 5,45€ waren so niedrig dosiert, dass eine angemessene Dosis nur mit 6-7 Kapseln täglich erreicht würde – was den Preisvorteil komplett wieder aufhebt. Das einzige, was an den Omega-3-Kapseln „hochdosiert“ war, ist der Vitamin-E-Gehalt. Dieser liegt nicht nur unnötig hoch pro Kapsel, sondern steigt durch die 6-fache Menge an benötigten Kapseln zusätzlich auf eine kritische Dosis an. Transparente Angaben zum verwendeten Fischöl sucht man bei diesen Präparaten vergeblich.

Um die Fischöl-Kapseln auf dem letzten Platz sollte man einen großen Bogen machen: Die urtümlich wirkende Marke „Kräuterhandel St. Anton“ war so niedrig dosiert, dass man davon 12 Kapseln (!) pro Tag bräuchte und enthielt ohne Angabe von Gründen Soja als Zusatzstoff.