Omega-3 Fettsäuren und ADHS

Bei ADHS handelt es sich um eine psychiatrische Erkrankung, die sich durch eine verminderte Aufmerksamkeit und impulsives Verhalten äußert, manchmal begleitet durch Hyperaktivität. Seit 1937 ist sie unter diesem Namen bekannt. Mögliche Ursachen werden unter Mediziner kontrovers diskutiert. Aktueller Konsens ist, dass es sich dabei um eine neurobiologische Entwicklungsverzögerung handelt. Als neurobiologische Störung werden sowohl genetische als auch umweltbedingte Ursachen angenommen.

Behandlung von ADHS

Neben aufklärenden und beratenden Lerntherapieansätzen ist die übliche Behandlungsmethode die Gabe von Stimulanzien. Zu den möglichen Stoffen gehören Methylphenidat (Ritalin) und Amphetamin (Elvanse, Attentin). Diese haben nicht selten ernste Nebenwirkungen und können auf Dauer Herz und Nieren belasten.


Der Zusammenhang zwischen ADHS und Fettsäuren

Amerikanische Forscher stellten bereits 1995 fest, dass Kinder mit ADHS signifikant niedrigere Blutplasma-Level an essentiellen Fettsäuren auswiesen als die Kontrollgruppe (Stevens, et al., 1995[1]). Eine weitere Studie an Jungen zwischen 6 und 12 Jahren wurde ein Jahr später durchgeführt. Hier wurde unter anderem das Verhalten und die Lernfähigkeit zwischen zwei Gruppen verglichen, bei der die eine normale und die andere zu niedrige Serumwerte von Omega Fettsäuren auswies. Im Ergebnis zeigte die Gruppe mit dem Mangel deutlich mehr Verhaltensauffälligkeiten und Lernprobleme (Stevens, Zentall, Abate, Kuczek, & Burgess, 1996[2]). Diese Ergebnisse könnten auf einen Zusammenhang zwischen Blutfetten und ADHS-Symptomen hindeuten.

Komplementäre Therapiemöglichkeiten bei ADHS

Langkettige, ungesättigte Fettsäuren wie EPA und DHA sind bedeutsam für eine normale Hirnstruktur und Funktion. Unter diesem Gesichtspunkt kann es sicher sinnvoll sein, gerade bei neuronalen Erkrankungen wie ADHS auf eine besonders hohe Zufuhr an gesunden Fetten zu achten. Es gab bereits zahlreiche Studien zu Omega-3 Fettsäuren und den möglichen Effekten auf ADHS-Patienten. Darunter auch eine aufschlussreiche Metastudie der Yale Universität, in der die Ergebnisse von Zehn Versuchen mit insgesamt 699 Kindern analysiert wurden. Diese kommt zum Ergebnis, dass eine Supplementation mit Omega-3 Fettsäuren signifikante positiven Effekte auf die Symptome von ADHS hat. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass die Dosis an EPA für das Eintreten der Effekte entscheidend war (Bloch & Qawasmi, 2011[3]).

Fazit

Es gibt zahlreiche wissenschaftlich fundierte Hinweise darauf, dass eine erhöhte Omega-3 Zufuhr dazu beitragen kann, die Symptome von ADHS zu mildern. Uneinigkeit besteht darin, wie stark diese Effekte ausfallen. In minderschweren Fällen von ADHS sollte eine komplementäre Behandlung jedoch in Erwägung gezogen werden. So könnte die medikamentöse Therapie unterstützt werden, so dass unter Umständen die Menge an Stimulanzien die notwendig ist, um eine Wirkung zu erzielen, reduziert werden kann.

Quellen

  1. Stevens, L., Zentall, S., Deck, J., Abate, M., Watkins, B., Lipp, S., & Burgess, J. (Oktober 1995). Essential fatty acid metabolism in boys with attention-deficit hyperactivity disorder. Von PubMed: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7572706 abgerufen
  2. Stevens, L., Zentall, S., Abate, M., Kuczek, T., & Burgess, J. (Mai 1996). Omega-3 fatty acids in boys with behavior, learning, and health problems. Von PubMed: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8778886 abgerufen
  3. Bloch, M., & Qawasmi, A. (12. August 2011). Omega-3 fatty acid supplementation for the treatment of children with attention-deficit/hyperactivity disorder symptomatology: systematic review and meta-analysis. Von PubMed: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21961774 abgerufen