Omega-3 bei Depressionen

Trostlose, karge LandschaftDepressionen zählen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Prognosen der Weltgesundheitsorganisation schätzen, dass Depressionen bis zum Jahr 2020 die zweithäufigste Volkskrankheit sein werden. Betroffene fühlen sich betrübt und verspüren quälende Gefühle von innerer Leere. Schwermütige Gedanken, die häufig wie in Schleifen durch den Geist des depressiven Menschen wandern und eine Unfähigkeit zu Lust und Freude prägen das Krankheitsbild. In schweren Fällen kommen Suizidgedanken hinzu. Etwa die Hälfte aller Selbstmorde, die in Deutschland jedes Jahr erfasst werden, stehen im Zusammenhang mit Depression.

Omega-3 kann die psychische Gesundheit unterstützen

Omega-3-Fettsäuren sind essentiell. Sie können also nicht selbst vom Körper hergestellt werden und müssen daher mit der Nahrung aufgenommen werden. Gerade im Hirn sind die Omega-3-Fettsäuren verstärkt angereichert. Nun ist eine intakte Hirnstruktur Voraussetzung für eine gesunde Psyche. Fehlen also die essentiellen Fettsäuren, kann das Gehirn nicht richtig arbeiten. Zur Sicherstellung einer ausreichenden Versorgung mit gesunden, essentiellen Fetten bietet sich eine Supplementierung mit Omega-3 also an. Verschiedene Studien legen vor allem eine Wirkung von der Omega-3-Fettsäure EPA (Eicosapentaensäure) nahe, die in diesem Fall besser helfen soll als DHA, die eher die Hirnentwicklung in der Schwangerschaft unterstützt.


Einsatz von Omega-3-Fettsäuren bei Major Depression

In einer placebokontrollierten Doppelblindstudie (1) wurde Patienten mit Major Depression 6,6 g Omega-3-Fettsäure täglich unterstützend zu ihrer bisherigen Therapie verabreicht. Die anhand der Hamilton-Rating-Scale for Depression (HRSD) gemessenen Symptome besserten sich signifikant gegenüber der Placebogruppe. Dabei wurde die Omega-3-Gabe gut von den Patienten vertragen.

Fazit

Depressionen sind eine sehr ernst zu nehmende, behandlungsbedürftige Erkrankung. Je nach Schweregrad sind Antidepressiva und Therapie unvermeidbar. Eine Nahrungsergänzung mit Omega-3-Fettsäuren, zum Beispiel in Form von Fischöl-Kapseln kann die Behandlung sinnvoll ergänzen. Die Studienlage ist noch relativ dünn, jedoch lässt sich nicht abstreiten, dass essentielle Fettsäuren eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung und Funktion des Gehirns spielen. In jedem Fall bleibt festzuhalten, dass eine Supplementierung mit hochwertigem Omega-3 nicht schädlich ist und im allgemeinen sehr gut vertragen wird.

Quellen

  1. Su, K. P., et al., Omega-3 fatty acids in major depressive disorder. A preliminary double-blind, placebo-controlled trial. Eur. Neuropsychopharmacol. 13 (2003) 267 – 271.